Einfach den freiwilligen Helfern überlassen

Photo0116In der Nacht vom 13. auf den 14. September kamen 900 Flüchtlinge am Hauptbahnhof Frankfurt an.
Viele von ihnen mussten am Hauptbahnhof bleiben und waren sehr schlecht versorgt. Kleine Kinder und Familien mussten auf dem kalten Boden ausharren. Der Katastrophenschutz war mit zehn bis zwanzig Einsatzkräften vor Ort, ein Krankenwagen, keine Notärzte, keine Decken, keine Feldbetten, kein warmes Essen. Viele Kranke wurden nicht behandelt.
Die gesamte Organisation vor Ort wurde freiwilligen Helfern überlassen, die völlig überfordert und zum Teil verzweifelt waren angesichts der katastrophalen Lage der Flüchtlinge. Die Verantwortung für diese schlimme Situation liegt bei den Behörden und bei den politisch Verantwortlichen.
Hier folgt der Bericht und Fotos:

Gegen 18:30 gab der Krisenstab bekannt, dass im Laufe des Abends ein Zug mit vielen Flüchtlingen kommen wird. Um 1:30 fuhr der Zug mit über 900 Flüchtlingen ein, darunter sehr viele Kinder, auch Säuglinge, viele von ihnen ohne Schuhe.

Die Menschen stiegen aus dem Zug aus und wurden von freiwilligen Helfern, die gedolmetscht haben auf Gleis 24 begleitet. Dort wurde ihnen Essen gegeben, das zuvor von freiwilligen Helfern im Bahnhof bei Lebensmittel-Läden gesammelt wurde. Es gab keinerlei Versorgung durch den Katastrophenschutz. Die Menschen ließen sich auf dem kalten Boden nieder, viele von ihnen waren völlig erschöpft und erkältet.

Die freiwilligen Helfer versuchten Menschen zu versorgen. Als die Helfer bei der Einsatzleitung nach Decken nachfragten, um insbesondere die Kinder vor Kälte zu schützen, war die Antwort: Es gebe keine Decken, sie seien nicht darauf vorbereitet.

An einem Ausgang sammelten sich Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Viele von ihnen wurden aber abgewiesen. Ein Mann der über Schmerzen klagte wurde im Bus zur Unterkunft gefahren mit dem Hinweis, er müsse noch ein bisschen ausharren. Ein Mann brach vor Erschöpfung zusammen. Ein Mann mit hohem Fieber wurde nicht behandelt, Sitzmöglichkeiten oder Feldbetten für Menschen, die nicht mehr gehen oder stehen konnten, wurden nicht bereit gestellt. Die Aussage der Einsatzleitung war: „Da können wir nichts machen.“ Der Einsatzleiter, Herr Winkler, wies jede Kritik am Einsatz und der mangelnden Versorgung ab. Nach ca. anderthalb Stunden wurden plötzlich doch Decken gebracht, allerdings auch nicht in ausreichender Zahl. Für den Transport in die Unterkunft stand nur ein Gelenkbus für ca. 130 Menschen zur Verfügung. Gegen 4 Uhr morgens befanden sich noch ca. 250 Menschen auf dem Bahnsteig.

Die Lage für viele Flüchtlinge war sehr schlecht. Es ist ein Skandal, dass die Stadtregierung und die zuständigen Behörden und der Katastrophenschutz eine solche Situation freiwilligen Helfern überlassen, die weder die ausreichenden Mittel noch die entsprechende Ausbildung haben. Viele von den Helfern waren geschockt und wussten nicht mehr, wie sie Menschen helfen können.

Warum wurde diese Situation von der Einsatzleitung zugelassen? Warum wurden nicht ausreichend Mittel und Personal mobilisiert, das in Frankfurt vorhanden ist?

Seit mindestens einer Woche wird durch Abwarten eine Situation am Hauptbahnhof zugelassen, die gegen die Menschenrechte verstößt.

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